Klimapakt – Energieleitbild

 

Präambel

 Die Gemeinde Contern ist am 12 März 2013 dem nationalen Klimapakt beigetreten (Beschluss des Gemeinderats vom 19 Dezember 2012).

Die Gemeinde Contern setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung ein. Sie nutzt und fördert den Einsatz erneuerbarer Energien sowie Techniken zur Reduktion von CO2-Emissionen zum Schutz des Klimas.  

Sie wird, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den verantwortlichen Umgang mit Ressourcen aller Art (z. B. Energie, Boden, Klima) in die kommunalen Entwicklungspläne integrieren und sie verpflichtet sich dazu, mit konkreten Maßnahmen einen kontinuierlichen und nachweisbaren Beitrag zu diesem Ziel zu leisten.

Im Rahmen des „Klimapakt" beabsichtigt die Gemeinde Contern die Auszeichnung „European Energy Award (eea)" zu erreichen.

 

REGIONALE ZUSAMMENARBEIT

Alle SIAS-Gemeinden, d.h. die Gemeinden Contern, Niederanven, Sandweiler und Schuttrange, sowie die Gemeinde Weiler-zum-Turm, streben eine regionale nachhaltige Klimapolitik an.

Der Klimapakt wird als Werkzeug genutzt, um in den Bereichen Entwicklungsplanung & Raumordnung, Versorgung & Entsorgung, Mobilität und Kommunikation & Kooperation zusammenzuarbeiten und gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Ein regionales Klimateam, bestehend aus mindestens einem politischen Vertreter und einem Vertreter der Gemeindeverwaltung der jeweiligen Gemeinden, ist verantwortlich für die Koordination der gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen des Klimapakts.

Das regionale Klimateam kann in  Abstimmung mit den teilnehmenden Gemeinden nach Wunsch erweitert werden.

Das regionale Klimateam prüft die Möglichkeit einer regionalen Zusammenarbeit der einzelnen Maßnahmen des Klimapakts und stimmt diese mit den jeweiligen kommunalen Klimateams ab.

 

Leitbild

Das Energieleitbild soll die zentralen Punkte und Ziele der kommunalen Energiepolitik zusammenfassen und darstellen. Es dient dem Schöffen- und Gemeinderat sowie der kommunalen Verwaltung als Richtschnur für kommunales Handeln und Planen.

Die fortlaufende Teilnahme am European-Energy-Award – Prozess dient dabei als maßgebliches Umsetzungsinstrument.

Die Gemeinde definiert Zielvorgaben für die folgenden sechs Handlungsfelder:

  1. Entwicklungsplanung und Raumordnung
  2. Kommunales Energiemanagement
  3. Versorgung und Entsorgung
  4. Mobilität
  5. Interne Organisation
  6. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

     

1.      Entwicklungsplanung und Raumordnung

Die Gemeinde Contern nutzt im Rahmen ihres Flächennutzungsplanes ( PAG) die Möglichkeit, günstige Voraussetzungen für energieeffiziente Siedlungskonzepte zu schaffen, soweit dies in Ihren Möglichkeiten ist. Bei der Siedlungsentwicklung sind die Rahmenbedingungen für die Energieversorgung durch den Einsatz erneuerbarer Energien zu berücksichtigen. Eine möglichst hohe Energieeffizienz und -suffizienz soll angestrebt werden, gegebenenfalls durch das Einrichten von Fernwärmenetzen.

2.      Kommunales Energiemanagement

Die Gemeinde Contern betreibt nachhaltig Klimaschutz durch die Steigerung der Energieeffizienz sowie der Energiesuffizienz durch Anwendung erneuerbarer Energien und schöpft die Möglichkeit der Verbrauchsreduzierung aus. Zukünftig mögliche Energieeinsparpotenziale die sich durch technische Weiterentwicklung ergeben, sollen fortlaufend genutzt werden. Der Betrieb und Unterhalt der gemeindeeigenen Gebäude sowie des Fuhrparks ist energetisch laufend zu optimieren. Die dazu erforderlichen Instrumente wie Aufzeichnung der Verbräuche und Weiterbildungsmöglichkeiten werden genutzt.

3.      Versorgung und Entsorgung

Die Gemeinde Contern versucht bei der Versorgung und Entsorgung durch Dritte die bestmögliche Umweltverträglichkeit in allen Bereichen sicher zu stellen. Solaranlagen, Erdwärme und die Energieversorgung aus anderen erneuerbaren Energien werden in Eigeninitiative erstellt und private oder kooperative Initiativen werden unterstützt. Die Gemeinde nutzt alle möglichen legalen Instrumente, und unterstützt in Eigeninitiative private Haushalte Energie zu sparen und erneuerbare Energien zu benutzen.

Das Ausweisen von Wasserschutzzonen und der sparsame Umgang mit Wasser ist für die Gemeinde Contern ein wichtiges Anliegen.

4.      Mobilität

Die Gemeinde Contern fördert umweltschonende und energieeffiziente Mobilitätsformen. Hierunter fallen der Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs, der Einsatz von innovativen und verbrauchsarmen individuellen Verkehrsmitteln, sowie die Aufwertung des öffentlichen Raums um den Fuß- und Radverkehr attraktiver zu gestalten. Contern schafft in Siedlungsgebieten flächendeckend die Voraussetzung dafür, dass einerseits Geschwindigkeiten reduziert werden und andererseits wichtige Versorgungsachsen gut erreichbar und durchgängig befahrbar sind.

5.      Interne Organisation

Die Gemeinde Contern schafft die Voraussetzungen, dass ihre Mitarbeiter umweltbewusst handeln können. Umweltfreundliche Beschaffungs- und Entsorgungsmaßnahmen sowie energieeffizienter und ressourcenschonender Umgang sind bei allen Tätigkeiten Handlungsgebot für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Gemeinde Contern stellt die notwendigen Ressourcen zur Verfügung um die gesetzten Ziele effektiv und zeitnah verfolgen zu können.

6.      Kommunikation

Die Gemeinde Contern betreibt gezielt Öffentlichkeitsarbeit, um die unter dem Leitbild „Pacte Climat Contern" bzw. „Klimapakt Contern" formulierten Ziele einem möglichst breiten Personenkreis zugänglich zu machen. Sie informiert regelmäßig im „Gemengebuet" und homepage www.contern.lu sowie durch ad hoc-Publikationen über getroffene Maßnahmen im Energiebereich. Durch weitere Aktionen (z. B. Schulungen in Kindergärten, Schulen etc., Energieberatung) sollen die Bürger zum Mitmachen beim Klimaschutz sensibilisiert und motiviert werden.

Mindestens einmal jährlich beraten der Gemeinderat und das„Klimateam" den Stand des Aktions- und Aktivitätenprogramms hinsichtlich Aktualisierung, Ergänzung und Umsetzung.

 

Quantitative Zielsetzungen bis zum Jahre 2025:          0-100-20

Als strategische Ziele für den Klimaschutz in der Gemeinde Contern beschließt der Gemeinderat, bis 2025 gegenüber 2014 folgendes:

  • Die Gemeinde hält ihren C02 Ausstoß insgesamt konstant.
    • Haushalte reduzieren ihren C02 Ausstoß um 10%.
    • Bedingt durch den Wachstum der Industriezone begrenzt die Industrie den Zuwachs von CO2 Ausstoß auf 0%.
  • Die Gemeinde deckt ihren eigenen Energiebedarf durch 100% erneuerbaren Energie.
  • Die Gemeinde reduziert ihren eigenen Energie-Verbrauch um 20%.

Um die oben genannten quantifizierten Zielsetzungen zu erfüllen, führt die Gemeinde jährlich eine Bestandsaufnahme für die Bereiche Energie und Klima durch, bezogen auf das gesamte Gemeindegebiet, inkl. Aussagen zur Mobilität. Daten zu Verbräuchen der gemeindeeigenen Gebäude und Anlagen, sowie des Fuhrparks, werden jährlich erhoben und zusammen mit dem technischen Dienst analysiert. Die analytische Auswertung der Daten wird genutzt, um die Umsetzung der strategischen Ziele für den Klimaschutz in Contern bis 2025 zu überprüfen. Falls die Datenanalyse eine Abweichung der Zielsetzungen erweist, werden Maßnahmen erarbeitet, die ein Erreichen der quantitativen Zielsetzungen bis 2025 erlauben.

Eine Anpassung der prozentualen Reduktionsziele ist jederzeit durch einen Beschluss des Gemeinderats möglich.

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